Es war 2004, als alles so richtig anfing. „Everything under the sun“ war der Titel des Debuts – und manch einer war überzeugt, dass diese junge Zürcher Band, die da an den Start gegangen war, nicht weniger als eben dieses Alles unter der Sonne würde erreichen können. Wohl reicht die Geschichte der Band schon bis tief in die 90er zurück – so richtig wahrgenommen hatte die Truppe bis dato aber kaum jemand. Vielleicht war das aber der Grund, weshalb schon das Debut für Aufsehen sorgte: Redwood waren keine Anfänger mehr, als sie ihre erste Platte einspielten. „Soonish“ war einer der Band-Hits, der es nun auf „FAT CHANCE! Two Decades of Redwood“ geschafft hat. Mit „Apologize“ folgte auf „Best laid plans“ 2006 die erste Nummer, die relativ breit Airplay brachte, nur ein Jahr später hatten Redwood mit „Fat Chance“ auf dem Album „We're all gonna die“ DEN Airplayhit schlechthin am Start. Die Nummer wurde rauf und runter gespielt; das Quintett tanzte erfolgreich, elegant und scheinbar leichtfüssig auf dem schmalen Grat zwischen erdigem Gitarrenrock und süffigem Radiopop. Der Swiss Music Award in der Kategorie „Best Newcomer National“ sowie ein Gig im Vorprogramm von AC/DC waren verdienter Lohn.

So leichtfüssig, wie es anfänglich schien, tanzten die Zürcher dann aber doch nicht. Frontfrau Lesley Meguid verabschiedete sich, um eine Solo-Karriere als Songwriterin zu starten und bis die neue Redwood-Frontfrau gefunden und mit ihr ein neues Album eingespielt war, vergingen drei Jahre. Nicole Kammermann schaffte es jedoch, der Band eine neue stimmliche Identität zu geben, ohne die alte zu verleugnen. Mit „Who we are“ landeten Redwood auf „Of Butterflies And Hurricanes“ einen weiteren veritablen Radiohit. Auf „A 1000 Punches“ schritt der Fünfer Im Jahr 2011 weiter voran auf seinem Weg irgendwo zwischen Alternative- und Mainstream- Radio, „One Trick Ponies“ und „Oh Yeah?“ schafften es erneut weitum in die Radiostationen.

Fat Chance! Two Decades Of RedwoodHeute sind Redwood noch zu viert unterwegs und sie präsentieren sich auf „FAT CHANCE! Two Decades of Redwood“ kompakter denn je. Mit der ersten Single „Graceland“ - einer der drei neuen Nummern auf dem Album - zeigt das Quartett, dass sein Weg noch lange nicht zu Ende ist und dass die Ideen noch lange nicht ausgehen: Eine süffige Rocknummer getrieben von einem prächtig tanzbaren Beat macht mächtig Lust auf mehr. „Age Of Sunshine“ zeigt Redwood definitiv in einer Art und Weise, wie sie vorher noch nie gehört wurden, und auch das relaxte „T-Shirt“ lässt einen Blick in eine neue Zukunft zu, ohne dabei die Vergangenheit zu ignorieren. Eine Zäsur zwischen den einzelnen Redwood-Kapiteln - sprich Alben - ist beim besten Willen nicht auszumachen; abgesehen natürlich von der neuen Stimme. Die Zürcher beweisen mit „FAT CHANCE! Two Decades of Redwood“ eindrücklich, dass ihre Songs auch nach fünf Alben allesamt flott aus einem Guss kommen und direkt den Weg in die Gehörgänge finden, um sich dort leidlich einzunisten, wie es sich für echte Ohrwürmer gehört. Dass Redwood bei der Song-Auswahl nicht nur auf Airplay- und Verkaufscharts geachtet haben, sondern dann und wann auch einfach auf ihr Herz gehört haben, tut „FAT CHANCE! Two Decades of Redwood“ nur gut und rundet die Sammlung wunderbar ab. So dass Fans der ersten Stunde wunderbar in Erinnerungen schwelgen können, während „Neuankömmlinge“ in der Redwood-Familie einen wunderbaren Überblick über vergangene Jahre gewinnen können.